Die beiden großen Erlebnisse, das
Land von unserer Freundschaftsbank aus und der Wein Südtirols im
15000-Volt-Keller, aber ließen die Freude, ja, die Freude an unserer
Gefangenschaft ziemlich klar in meinem Herzen werden. Aber wie alle diese
überwältigenden Gefühle, gewannen sie erst Form, nachdem man ihrer Urheber
entraten mußte. Trotzdem stehe das Loblied auf die Vorteile des Marklhof an
dieser Stelle:
Wo rauschend die Eisack der Etsch
sich vermählt,
erhebt sich ein hügelnder Riese,
ein Weinberg, in Sommers Glut
brünstig geschwelt,
ein Stück aus Herrgotts Paradiese,
Demant aus der Krone der fruchtbaren
Welt,
so trägt er gedeihliches Fruchten,
das Übermaß himmelher über ihn fällt
in seine Gehege und Fluchten.
Dort hält des Geschicks
unerbittliche Hand,
dort hält es uns doppelt gekettet:
In Feindes Gewalt, der uns jäh
überwand,
und tief in die Reben gebettet,
im Weinberg, der uns aus dem
frischgrünen Laub
verschämt fast in blutroten Zähren,
in schwellendem tröstendem
Perlengetraub
reicht kirschgroß die saftigen
Beeren.
Ach, war, die uns an dieses Eiland
gespült, es nicht eine freundliche Welle,
ist, die uns dies‘ Sommers Brand
köstlich gekühlt,
nicht göttlich, die rötlichte Quelle
im ragenden Hof, der den Berg
gipfelnd krönt,
um den unsre Hütten sich drängen,
der Weinberg, der mit dem Geschick
uns versöhnt,
der Sommertag in seinen Hängen - ?
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