Wie aber mochte es, während wir hier mehr als gut lebten, der Heimat
ergehen? Es waren durchaus keine Nachrichten zu erhalten, was meine Lieben
anlangte. Anderen ging es ähnlich. Zwar gab der Rundfunk aus Dresden manche
merkwürdige Bekanntmachung von Konzerten und Ausstellungen. Aber wenn das Leben
in der Heimat schon wieder normal war, warum bekamen wir dann keine Post? Ließ
der Russe keine durch? War der Ami der Schuldige?
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In jener Zeit geschah sogar noch etwas ganz und gar Militärisches: Wir
erhielten Ersatz!! Unsere Kriegsstärke war ja in allen Einheiten nicht mehr
voll. Da wurden uns aus dem Riesenlager von Ghedi neue Mannschaften
zugeschickt, die natürlich über unseren kommißmäßigen Betrieb baß erstaunt
waren. Da kam auch ein Unteroffizier aus der berühmten und verbreiteten Familie
Einsiedel (Geithainer Linie) zu uns.
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Im Übrigen beging ich die Feiertage im Herzen feiertäglich genug. Das
mittägliche Schweineschnitzel überließ
ich der Küche und nährte mich an diesem wie allen folgenden Tagen von
Grießbrei. An Kameradschaft fehlte es mir ein bißchen insofern, als Günter
M. kurz vor meiner Operation in ein Entlassungslager nach Bozen gekommen
war.
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