Das neue Jahr mit seinem Schein
ging uns zur Weihenacht herein,
nun öffnet es die Hände,
und Tag für Tag fällt uns ein Los
aus seinen Fingern in den Schoß
bis an die neue Wende.
Verborgen noch ist unserm Sinn,
was es bewahrt, ob Notgewinn,
ob Glückes schwanke Freuden.
Es zeigt ein steinernes Gesicht
und lüftet seine Schleier nicht,
die Zukunft uns zu deuten.
Es siegt der Mensch, der ehrlich ringt,
drum, was das neue Jahr dir bringt,
nimm's selbst in deine Hände
und führ' dein Los, ob schwarz, ob weiß,
nicht achtend äußern Glanz und Preis
selbst an ein gutes Ende.
Hans Fischer
Glauchau, 15.12.1944 (fünf Wochen danach, am 20.1.1945 mußte unser Vater nach einem Heimaturlaub wegen deiner Verwundung wieder in den Krieg)
Notiz am Manuskript: "(wiederholte Aufzeichnung) veröffentlicht 1951 im 'Feierbuch der Schule' BRD"

