Sonntag, 14. Juli 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Sonnenfinsternis


Am 9. Juli wurde ich zum Kabelabbau kommandiert, und das war mir besonders lieb, als dieser Tag ein besonderes Ereignis versprach, nämlich eine 56%ige Sonnenfinsternis. Ich weiß nicht mehr, woher wir das Eintreffen dieser Naturerscheinung erfahren haben; denn Zeitungen hatten wir nicht im Lager. 
Mehr anzeigen

Gefangenschaft in Südtirol - Schlachtfest und Baden im Kleinen Montigglsee


 Ich weiß nicht mehr, lag es an den Amis und ihren strengen Vorschriften oder war es um unserer eigenen Bequemlichkeit - kurz, eines Tages schritten wir zum Schlachtfest. Vielleicht fürchtete der Spieß auch, die Sau könnte im Erdstall verrecken oder vielleicht, er könnte um den Genuß kommen, da nun die Entlassungen tatsächlich anzulaufen ”drohten”. 
Mehr anzeigen

Gefangenschaft in Südtirol - ein Loblied auf den Marklhof


Die beiden großen Erlebnisse, das Land von unserer Freundschaftsbank aus und der Wein Südtirols im 15000-Volt-Keller, aber ließen die Freude, ja, die Freude an unserer Gefangenschaft ziemlich klar in meinem Herzen werden. Aber wie alle diese überwältigenden Gefühle, gewannen sie erst Form, nachdem man ihrer Urheber entraten mußte. Trotzdem stehe das Loblied auf die Vorteile des Marklhof an dieser Stelle:

Gefangenschaft in Südtirol - Erlebnisse


Inzwischen schloß ich noch eine andere Freundschaft, oder wenigstens mehr Bekanntschaft, und die ging über den Gesang. Wir hatten einen Kompanieelektriker, ein ganz verrücktes Huhn, waschechten Berliner schon älteren Semesters, namens Otto. Wir nannten ihn nur Otto-Otto. Dem behagte nicht, in der Baracke mit den Kameraden zu wohnen und zu schlafen, vielmehr hatte er innerhalb des Lagers einen verlassenen Erdbunker gefunden und sich wohnlich eingerichtet. Unter ”wohnlich” verstand Otto-Otto vor allem eine riesige Schalttafel, von der aus er die Strombelieferung des Lagers regierte, d. h. nämlich, bei zu starker Belastung des kümmerlichen Netzes ”Stromsperre” veranstaltete.

Samstag, 13. Juli 2013

Kriegstagebuch - Eine Botschaft für die Nachwelt


Am 10. Juli war alles fertig und wir begaben uns an diesem schönen und sehr warmen Abend hinaus an unseren Platz. Außer der ”Capsula” und der Schnapspulle schleppten wir noch einen Handbagger und natürlich unsere Stöcke mit. In gewollt oder vielleicht auch gemacht feierlicher Stimmung wählten wir den rechten Platz, einige Schritte vor der Bank, und begannen zu graben und große Steine zusammen zu suchen.