Die letzte Etappe!
Nun konnte nicht mehr
viel passieren!
Langsam, unendlich langsam ging es vorwärts. Der Zug kam kaum vom Fleck -
und dann unsere Ungeduld!
Ich hatte zwar noch Augen für die schöne Heimat, Tharandt mit seinen
Wäldern, Freiberg, mit seinen bergmännischen Erinnerungen, die langsam
auftauchende und uns umkreisende Augustusburg - aber erst als von ferne der
Bismarckturm auftauchte, das Lungwitztal sich breitete, kehrte das Leben wieder
ein.
Um 13 Uhr stand ich
wieder auf Glauchauer Bahnhof, auf heimatlichem Boden.
Gott sei es gelobt und
gedankt!
Was waren das für sechs schlimme Jahre gewesen, die hinter mir lagen?
Und was blieb als schönste Erinnerung - ?
Wir haben gesessen, wie Eichen im Sturm
mit uriger Kraft widerstehe,
wir ließen uns auf wie auf wehrlichen Turm
anstürmende Fluten ergehen.
Vernichtend, vertilgend, so hielten wir stand,
wir kannten kein Weichen, kein Wanken,
und größer ward stets der anstürmende Brand,
je mehr und je länger wir tranken -
das können wir nicht genug danken!
Was sommers die Sonne in täglicher Wacht
dem fruchtbaren Boden entrungen,
das hat sie uns dann zu allnächtlicher Fracht
in durstige Gurgeln gezwungen.
Gepriesen der Sonne umsichtige Kraft,
die nicht nur den Wein in den Trauben ,
die unseren Kehlen den Durst auch geschafft,
und den ließen wir nie verstauben -
das könnt ihr uns wahrhaftig glauben!
Oft ward er auch Sieger, der blutrote Wein,
- tiroler Wein hat seine Schwere -
und dennoch, `s ging himmlischer Segen darein,
so taten wir ihm alle Ehre.
Und wenn uns jetzt manchmal das Ohr widerklingt,
dann ist’s von feuchtfröhlichen Messen
der Schall, der weit über die Alpen herdringt,
weil wir auch einmal dort gesessen -
und das können wir nicht vergessen!
Und hiermit endet das Tagebuch.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen