Sonntag, 4. August 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Juli und August 1945


Ein Trost in all jener Zeit war immer wieder die Freundschaft. Fast jeden Abend wanderten wir selbdritt durch die weitgesteckten Außenbezirke unseres Lagers und erfreuten uns des prachtvollen Landes, der wunderbaren Ausschau auf die Berge und Täler rings um uns. Immer wieder bezauberte uns die Gewalt der alpinen Natur, die ragenden Gipfel, Schlern, Weißhorn, Penegal, Gantkofel, aber auch die Kleinigkeiten: Oft saßen im Abendsonnenschein Eidechsen einer ganz zierlichen Art und Salamander auf den Steinen im Moose, und E. P. mußte von den ekelhaften giftigen Sandvipern zu erzählen, die jenseits der Etsch in den Wäldern ihr Domizil hätten. Oft und oft wanderten aber unsere Gedanken weiter. 
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