Sonntag, 24. November 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Das liebe Geld, Skorpione und neue Gedichte



Inzwischen war es uns zu dumm geworden, dauernd ohne Geld zu sein, während die Kraftfahrer und Schlosser allerhand zu Moneten machten, mindestens ihre handwerkliche Geschicklichkeit und Arbeitskraft. Ernst P. unternahm das Wagnis, mit ein paar funkelnagelneuen Klamotten, Schlosseranzügen u.ä. sich im Abenddämmer aus dem Lager zu schleichen. 
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Montag, 4. November 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Chorfeier, Lagerhochschule, Sport und allerlei Späße




Das Erlebnis (Lagerausflug auf Gantkofel und Penegal) fand zwar dichterisch keinen Niederschlag. Dafür war ich noch nicht fruchtlos. Ich gestaltete eine Chorfeier, indem ich mich mühte, für all die von uns gesungenen Lieder überleitende Texte zu schaffen. Unter der Hauptüberschrift “Von deutscher Seele” deutete ich die einzelnen Gesänge als Abbilder der deutschen Innigkeit, der Heimatliebe, der Liebestreue und -freude und des Liebesleides und schließlich fand ich damit hohes Lob, und die Vorbereitungen gingen mit neuem Schwung weiter.
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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Lagerausflug auf Gantkofel und Penegal



Ein Glanz- und Höhepunkt dieser Wochen war ein großer Lagerausflug, also eine ganz seltene Angelegenheit für ein Gefangenenlager, die wahrscheinlich nur durch die Generosität der Engländer möglich wurde. Genug - am Sonntag, dem 7. Oktober wurde das ganze Lager auf Lkw.‘s verladen, etwa fünf bis sieben große Wagen, und dann ging es in der lauen südlichen Oktoberluft dem Mendelgebirge entgegen. Festlich brausten unsere Wagen dahin, durch Girlan, durch Eppan, St. Pauls zu und weiter. Der Wind pfiff und durch die Haare, und wir waren guter Dinge; denn soweit wir schauten und suchten, es war keine Bewachungsmannschaft zu sehen. 
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Dienstag, 1. Oktober 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Wechsel von amerikanischer in englische Gefangenschaft!



Ende September wurden die Ami-Wachen in ganz Südtirol von den Tommys, den Engländern abgelöst. Wir bekamen eine ganz feine Sorte von britischen Militärs: King’s Own Royal Regiment, “des Königs eigenes königliches Regiment”! Also eine Art Leibgarde. Die braven Burschen zeichneten sich durch ihr weißes Lederzeug aus, um das wir sie nicht gerade beneideten, wenn wir an unseren eigenen Putz- und Flimmerstunden dachten. 
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Sonntag, 8. September 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Gedichte und schöne Erlebnisse





Das Ereignis des Abziehens der Weiblichkeiten aus unserem Lager gab der Gerüchtemacherei neuen Auftrieb. Aha, sagte das Lagergerücht, man will uns “verschaukeln”, wir wollen zur Zwangsarbeit nach Frankreich - da sollen die “Weiber” nicht mit! - Es gab also immer etwas zu ängstigen. Aber wie gesagt, ich verstand den “Gemütszustand einzustellen”. Und als der Sonntag wieder nahte, mußte ich an unseren schönen Montiggl-See denken, den uns die Wache wahrscheinlich wieder vermiesen würde. So hielt ich mir seine Schönheiten vor und im Gedichte fest.
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Montag, 2. September 2013

Heute, am 101. Geburtstag von Hans Fischer, seine Erlebnisse zum 6. und letzten Geburtstag in Uniform

Inzwischen nahte mein Geburtstag, der “sechste in Uniform”. Es sollte der stillste Geburtstag meines Lebens werden. Zwar konnte ich mir Paketen, ja selbst einer kärglichen Nachricht aus der Heimat keinesfalls rechnen. In diesem Sinne war meinen Geburtstagsgedanken ein tüchtiger Schuß Wehmut beigemischt. Immerhin hoffte ich doch wenigsten, ein Quantum Wein zu ergattern, um mit den Kameraden feiern zu können. 
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Montag, 26. August 2013

Gefangenschaft in Südtirol - Chorsingen, Mücken, Weinernte und ein neues Gedicht



In diesen Tagen erinnerte ich mich wieder einmal meines kleinen ”Luginsland”, den frontbewährten Photoapparat, auf dem noch vier Aufnahmen zu verknipsen waren. Die Weinberge, reifende Trauben in Großaufnahme, die Lagerstraßen und die Aussichten hatten mir es besonders angetan. 
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